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Ich habe Human Design 3x geghostet...

...beim vierten Mal hatte es gewonnen.

Es gibt Dinge, die begegnen dir immer wieder im Leben.

Der eine Ex.
Die Steuererklärung.
Und bei mir: Human Design.

 

Dreimal stand es plötzlich vor meiner Tür. Naja, nicht wortwörtlich. Eher in Form von Menschen, die begeistert von ihrem Chart erzählten, von Zentren, Typen und Autoritäten.

 

Ich hörte höflich zu, nickte verständnisvoll und dachte insgeheim:

"Aha. Sternzeichen in kompliziert."

Beim zweiten Mal dachte ich:
"Jetzt also mit bunter Grafik."

 

Beim dritten Mal war ich überzeugt, dass der Algorithmus beschlossen hatte, mich in eine spirituelle Parallelwelt umzuziehen.

Ich war raus.

Oder besser gesagt: Ich dachte, ich wäre raus.

Denn offensichtlich hatte Human Design beschlossen, dass unsere Beziehung noch nicht beendet war.

 

Beim vierten Mal wurde ich resigniert-neugierig und holte mir eine ausführliche Analyse als Audiodateien.

Ich erinnere mich noch genau.

Wald.
Kopfhörer.
Spaziergang.

Eigentlich perfekte Voraussetzungen für einen entspannten Nachmittag.

Stattdessen blieb ich ungefähr alle drei Meter stehen.

Nicht, weil der Weg schwierig gewesen wäre.

Sondern weil dieser wildfremde Mensch in meinen Ohren Dinge über mich erzählte, die sich erschreckend vertraut anfühlten.

"Moment..."

Ich blieb stehen.

"Woher weiß der das?"

Ein paar Schritte weiter.

"Das habe ich doch niemandem erzählt."

Noch ein paar Meter.

"Okaaaayy, das ist jetzt langsam unangenehm."

Ich glaube, ich bin auf diesem Spaziergang mehr gestanden als gegangen.

 

Und irgendwann stellte ich mir eine Frage, die ich bis heute spannender finde als die Antwort:

Was wäre, wenn das gar nichts mit Glauben zu tun hätte?

Denn genau das war mein größtes Missverständnis.

Ich hatte Human Design in dieselbe Schublade gesteckt wie Horoskope in Frauenzeitschriften, Glückskekse und Menschen, die dir erzählen, dass Merkur rückläufig ist und deshalb dein Drucker streikt.

 

Dabei ist Human Design weder eine Religion noch ein Glaubenssystem.

Es möchte auch nicht, dass du ihm glaubst.

Im Gegenteil: die Grundidee ist erstaunlich nüchtern:

Experimentiere. Beobachte dich. Prüfe selbst, ob es für dich stimmt.

Mehr wissenschaftliche Neugier als spirituelle Unterwerfung.

Und genau das war der Moment, in dem ich aufmerksam wurde.

 

Was ist Human Design eigentlich?

Falls du gerade genauso skeptisch bist, wie ich es damals war, hier die Kurzfassung.

 

Das Human Design System verbindet verschiedene Wissenssysteme miteinander – unter anderem Astrologie, das chinesische I Ging, die Kabbala, das Chakren-System und Erkenntnisse aus der modernen Physik.

Ja., ich weiß. Bis hierhin hätte ich die Podcastfolge vermutlich schon ausgeschaltet.

Vor fünf Jahren zumindest.

Denn wenn man all diese Begriffe hintereinander ausspricht, klingt das ungefähr so seriös wie ein Kochrezept, das mit den Worten beginnt: "Nimm zwei Einhörner und eine Prise Mondstaub."

 

Doch genau deshalb lohnt sich ein zweiter Blick.

Denn im Kern geht es gar nicht darum, an irgendetwas zu glauben.

Es geht erstmal darum, zu beobachten.

Warum fühlen sich manche Entscheidungen leicht an und andere nicht?

Warum geraten manche Menschen permanent unter Stress?

Warum funktionieren vermeintlich gute Ratschläge für den einen hervorragend und für den anderen überhaupt nicht?

Und warum verbringen so viele von uns ihr Leben damit, eine Version von sich selbst zu werden, die sie nie waren?

Das sind Fragen, die mich als Mentaltrainerin ohnehin schon seit Jahren beschäftigen.

Human Design hat diese Fragen nicht erfunden.

Aber es hat mir eine Sprache dafür gegeben.

 

Vielleicht war nie ich das Problem

Das war die unangenehmste Erkenntnis.

Denn plötzlich ergaben Dinge Sinn, die ich jahrelang für persönliche Schwächen gehalten hatte.

Warum ich bestimmte Situationen so intensiv wahrnehme.

Warum manche Arbeitsweisen mich komplett erschöpfen.

Warum mich das meiste nicht interessiert oder es mir nicht genügt.

Und warum der Satz "Da musst du dich durchbeißen." für manche Menschen ein motivierender Ratschlag ist – für mich dagegen der direkte Weg in die Stress-Hölle.

 

Human Design entschuldigt kein Verhalten.

Es nimmt dir auch keine Verantwortung ab.

Aber es kann dir zeigen, wo du versuchst, jemand zu sein, der du nie warst.

Und genau dort beginnt es spannend zu werden.

 

Die eigentliche Geschichte beginnt jetzt

Heute arbeite ich selbst als Human Design Analytikerin.

Hätte mir das jemand bei meiner ersten Begegnung mit Human Design erzählt, hätte ich wahrscheinlich laut gelacht.

Höflich das Thema gewechselt.

 

Aber wie bei so vielen Dingen brauchen wir eben nicht die richtige Information, sondern den richtigen Zeitpunkt.

Vielleicht musste ich Human Design tatsächlich dreimal ghosten, damit ich beim vierten Mal endlich bereit war, zuzuhören.

 

Während ich also damals im Wald alle paar Meter stehen blieb und dachte:

"Woher weiß dieser Mensch das alles?", denke ich heute nur noch daran, wie blind ich über mich selbst durchs Leben gelaufen bin.

 

Im Grunde war meine Frage nie:"Kann Human Design stimmen?"

Sie lautet eher:

"Was wäre, wenn wir unser ganzes Leben damit verbringen, gegen unsere eigene Bedienungsanleitung anzukämpfen?

 

Willkommen in Staffel 3 von Stress and the Stories.

Ich hatte kurz darüber nachgedacht, diese kleine Kolumne umzutaufen, aber im 5. Jahr meines persönlichen Experiments habe ich noch mehr als genug über Stress - auch mit dem Wissen um mein Design - zu berichten.

 

Ich verspreche dir keine Erleuchtung.

Aber vielleicht den einen oder anderen Moment, in dem du beim Spaziergang durch Staffel 3 plötzlich stehen bleibst.

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